Cottbus/Chóśebuz an die Spree

Die Cottbuserinnen und Cottbuser wünschen sich seit vielen Jahren, dass ihr Fluss, die Spree, zugänglicher gemacht wird und ein Erlebnisraum entsteht.

Die Spree zählt zu den größten naturnahen Freiräumen von Cottbus/Chóśebuz und prägt den einzigartigen Charakter der grünen Stadt. Unter dem Motto „Stadt am Fluss“ will Cottbus/Chóśebuz in der gesamten Stadt eine bessere Verbindung und Erlebbarkeit der Spree erreichen.

Dabei soll jetzt der gesamte 23 Kilometer lange umfassende Spreeraum im Cottbuser Stadtgebiet betrachtet und im Hinblick auf Potentialräume untersucht werden.

Dazu wurde eine Integrierte Konzeptstudie durch die Büros DeZwarteHond und RMP Stefan Lenzen erarbeitet.

Cottbus an die Spree (Konzeptstudie)

Mit der Konzeptstudie „Cottbus an die Spree“ verfolgt die Stadt als ganzheitliche Strategie das Ziel, die Spree als identitätsstiftenden und lebendigen Stadtraum weiterzuentwickeln und ihr Potenzial für die Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besucher der Stadt besser nutzbar zu machen. Das Projekt soll dazu beitragen, dass die Spree nicht nur als Wasserlauf, sondern als zentraler Bestandteil des öffentlichen Lebens wahrgenommen wird. Es wird ein integrierter und umsetzungsorientierter Ansatz verfolgt, der sowohl kurzfristig realisierbare Maßnahmen als auch langfristige Entwicklungsperspektiven umfasst. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit, um sicherzustellen, dass die Spree als wertvoller Natur- und Stadtraum auch für kommende Generationen erhalten und nutzbar bleibt.

Der Prozess

Es wurde über mehrere Monate hinweg ein intensiver Beteiligungsprozess initiiert. Es fanden öffentliche und fachliche Workshops, digitale Beteiligungsformate sowie direkte Vor-Ort-Dialoge statt. Zur Einbeziehung der fachlichen Expertise wurden Interviews mit verschiedenen Akteuren aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft durchgeführt. Die im Beteiligungsprozess entwickelten Erkenntnisse und Maßnahmenvorschläge wurden in einem Spree-Panorama zusammengeführt – einer dreidimensionalen Darstellung des Spreeraums in Cottbus/Chóśebuz. Dieses maßstabsgetreue Modell visualisiert die urbane Spree und macht zentrale Themen wie Zugänglichkeit, Aufenthaltsqualität und Nutzungspotenziale räumlich greifbar. (Abb.1)

Die Spree in Cottbus/Chóśebuz

Der Naturraum zeichnet sich auf 23 Kilometern durch eine beeindruckende Vielfalt an Raumabfolgen und Erlebnissen entlang und rund um die Spree aus. Es ergibt sich hier eine räumliche Gliederung in drei Teilbereiche: die weite, die urbane und die wilde Spree.
Im Norden erstreckt sich ein beeindruckender, offener Landschaftsraum – die „weite“ Spree. Die „urbane“ Spree schlängelt sich vom Stadion der Freundschaft bis zum großen Spreewehr durch die ganze Stadt. Der südliche Abschnitt der Spree ist geprägt von naturnahen Strukturen und einer waldreichen Umgebung, die „wilde“ Spree. (Abb.2)

Das Spreeufer und geheime Orte

Im nächsten Schritt wurden die Uferbereiche nach drei zentralen Kriterien bewertet: Wassersichtbarkeit, Wasserzugänglichkeit und Aufenthaltsqualität. Wenige Orte entlang der urbanen Spree erfüllen alle drei Kriterien und sind schon heute wichtige Schnittstellen zwischen Stadt und Wasser. Trotz der weitgehenden visuellen und physischen Abgrenzung des Spreeufers durch dichte Vegetation gibt es informelle und teils verborgene Nutzungen. Sie werden von denjenigen genutzt, die sie kennen. Es gilt daher, diesen informellen Nutzungen Raum zu geben, sie zu qualifizieren und sie stellenweise behutsam zugänglich zu machen. (Abb.3 und 3a)

Das Potential der Spree nutzen – eine ganzheitliche Strategie

Die Spree ist zweifellos eines der größten, aber zugleich am wenigsten genutzten Potenziale der Stadt Cottbus/Chóśebuz.

Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur punktuell Zugänge schafft, sondern langfristig neue Beziehungen zwischen Stadt und Fluss etabliert. Die Strategie gliedert sich in drei miteinander verflochtene Handlungsebenen: 1.Spree beleben, 2. Spree aktivieren und 3. Spree kommunizieren. Diese drei Säulen ergänzen sich gegenseitig: Neue Nachbarschaften bringen Menschen ans Wasser (beleben), attraktive Orte laden zum Verweilen ein (aktivieren), und gezielte Kommunikation sorgt dafür, dass alle davon erfahren und sich eingeladen fühlen (kommunizieren). So entsteht ein Spreeufer, das nicht mehr im Schatten liegt – sondern im Mittelpunkt einer lebenswerten, grünen und offenen Stadt steht.

Die Fokusräume

Die Fokusräume (Abb.6) wurden im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses identifiziert, der sowohl auf fachlicher Analyse als auch auf den Rückmeldungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung basiert. Sie behandeln die strategischen Zielsetzungen, haben ein hohes räumliches Wirkungspotenzial und lösen gezielt bestehende Herausforderungen im Stadtraum.

  • Spree Sportcampus: Der Raum rund um das FC Energie-Stadion bildet einen identitätsstiftenden Ort mit hohem emotionalem Wert für viele Cottbuser*innen.
  • Spree Promenade (Abb.7): Im Bereich des Planetariums zeigt sich bereits heute ein hohes Potenzial als Flaniermeile mit Aufenthaltsqualität.
  • Spree Boulevard (Abb.8): Die Sandower Brücke steht mittelfristig vor einer notwendigen Erneuerung. Diese Infrastrukturmaßnahme bietet die Chance, die Brücke neu zu definieren.
  • Spree Strand: Ein vielfach genannter Wunsch im Beteiligungsprozess war die Einrichtung eines Stadtstrands an der Spree.
  • Spree Lehrpfad: Die nördlich gelegenen Uferbereiche der Spree zeichnen sich durch eine besondere landschaftliche Qualität und ökologische Vielfalt aus.
  • Der Hammergraben: Der Hammergraben stellt heute eine weitgehend unbekannte, aber direkte Verbindung zum künftigen Cottbuser Ostsee dar (Abb.9).

 

Wie geht es weiter

Um die Spree als durchgehenden Erlebnis- und Erholungsraum zu stärken, werden punktuelle Aufenthaltsorte gezielt aufgewertet bzw. neu geschaffen. Sie sollen dabei auch die bestehenden Maßnahmen wie Wasserzugang (z. B. Stege) oder Freischneiden von Wildbewuchs sinnvoll ergänzen. Ziel ist eine robuste, einfache, aber auch gestalterisch kohärente Ausstattung zur realisieren, die mit natürlichen Materialien arbeitet und barrierearm ist. Die Umsetzung eines ersten Ortes als Starterprojekt soll noch dieses Jahr erfolgen.

 

Stadt am Fluss - Beteiligung

Es fand über den gesamten Prozess ein kontinuierliches Beteiligungskonzept statt. Ein zentrales Element war die Erarbeitung des Spreepanoramas, eine Zeichnung des gesamten Spreeraumes, die als wachsender Plan kontinuierlich je nach Bearbeitungsphase mit Informationen, Erkenntnissen und räumlichen Vorschlägen gefüllt wurde. Ein erstes Format der Mitsprache wurde während des Drachenbootrennens an der Spree am 29.06.2024 angeboten. 

Die Studie wurde nun abgeschlossen und die ersten Initialprojekte werden umgesetzt.

Mehrere Personen stehen an einem langen Tisch mit einer großen, detaillierten Karte, auf der sie schreiben und zeichnen, im Freien bei Sonnenschein.

Stadt am Fluss - Hintergrund

Für die Spree als zusammenhängenden Transformationsraum bedarf es eines übergreifenden Handlungsansatzes, der sich von einzelnen Projekten löst und ein ganzheitliches Zukunftsbild entwirft. Dazu zählen die sich aus dem Strukturwandel ergebenden stadträumlichen Chancen und Risiken frühzeitig zu überprüfen und entsprechende politische Entscheidungen herbeizuführen, um entsprechende Entwicklungsziele festzusetzen und erforderliche Planungsprozesse einzuleiten.

Unter dem Oberbegriff Stadt am Fluss verfolgt Cottbus/Chóśebuz die gesamtstädtische Entwicklungsstrategie einer verbesserten Verknüpfung von Stadt und Fluss. Die Schaffung attraktiver Freiräume ist bei hoher Bebauungsdichte und hohem innerstädtischem Wohnanteil eine besondere Pflichtaufgabe der Stadt. Vorhandene Grün- und Freiflächen erfüllen das Bedürfnis nach innerstädtischem Freiraum nur teilweise.

Gleichzeitig steht Cottbus/Chóśebuz vor der Herausforderung, das Profil weiter zu entwickeln und sich in die nationale sowie internationale Arbeitsteilung und Konkurrenz der Universitätsstädte einzubringen. Für die Aufgabe, Entwicklung der Freiräume und Bildung eines eigenständigen Profils, besitzt die Spree eine zentrale Bedeutung. Die Gesamtwirkung hängt 

wesentlich davon ab, dass eine vielseitige Ausrichtung der Stadt am Fluss erreicht und der Blick auf den gesamten Spreeflusslauf gelenkt wird.

Die Spree soll dabei einen weichen Standortfaktor für eine hohe Lebensqualität und -vielfalt in der wachsenden Stadt am Wasser darstellen. Dabei ist die Schaffung attraktiver Freiräume bei hoher Bebauungsdichte und hohem innerstädtischen Wohnanteil eine besondere Pflichtaufgabe der Stadt. Im Rahmen der Konzeptstudie „Cottbus am Wasser“ sollen zur besseren Vernetzung Teilprojekte und kleine „Trittsteine“ realisiert und Synergien freigesetzt werden. Es gilt die vorhandenen und zukünftigen Vorzüge des Wassers zu nutzen und die Spree sowie den künftigen Cottbuser Ostsee durch punktuelle Öffnung und Erschließung in der Stadt erlebbar zu machen. Neben den klimatischen und ökologischen Aspekten sollen die gewässernahen Bereiche unter dem Aspekt ihrer Bedeutung für den Städtebau, der Denkmalpflege, der Gewässerökologie, des künftigen Wasserdargebotes in der Spree, dem Wassersport, der Landschaftsarchitektur und dem Verkehr analysiert und bewertet werden.

Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz 
Fachbereich Stadtentwicklung
Karl-Marx-Straße 67
03044 Cottbus

Max Heyde
Telefon: 0355 – 612 4115
E-Mail: stadtentwicklung@cottbus.de

DSK Deutsche Stadt- und
Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
Ostrower Straße 15
03046 Cottbus


Telefon: 0355 – 780020
E-Mail: cottbus@dsk-gmbh.de