Stadtumbau Cottbus – gestern, heute, morgen

Das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau Ost“ startete im Jahr 2002 mit dem Ziel, die Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnisse in ostdeutschen Städten und Gemeinden nachhaltig zu sichern und zu verbessern.

Auch die Stadt Cottbus/Chóśebuz wird seit 2002 mit dem Förderprogramm unterstützt – da lohnt sich ein Blick zurück: Was wurde geschafft? Wie haben sich die Gesamtstadt und die Stadtteile seither verändert? Wohin sind die Fördermillionen geflossen?

Ausgangssituation

Die drei Phasen des Stadtumbaus

Stadtumbau-Förderung

Umgesetzte Maßnahmen

Die Ausgangssituation

Während der deutschen Teilung war Cottbus über Jahrzehnte sehr stark gewachsen und hatte Ende 1989 eine Einwohnerzahl von rund 129.000 EW erreicht.

Die Nachwendejahre waren von einer massiven Abwanderungswelle geprägt. Allein in den 1990er Jahren verlor Cottbus trotz Eingemeindungen rund 20.000 Einwohner, in den 2000er Jahren noch einmal weitere 10.000 Einwohner.

Um die Jahrtausendwende hatte der Wohnungsleerstand in Cottbus fast 20 % erreicht. Die Schwerpunkte lagen in den peripheren Großwohnsiedlungen Sachsendorf und Neu-Schmellwitz.

Hier setzte das 2002 neu geschaffene Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau Ost“ an. An diesem nahm die Stadt Cottbus ab der ersten Stunde teil. Cottbus verfolgte dabei die Doppelstrategie aus Stärkung der Innenstadt und Rückbau von den Rändern.

Die drei Phasen des Stadtumbaus

Phase 1 – quantitativer Stadtrückbau (2002 – 2009)

Bis zur Jahrtausendwende war ein massiver Überhang an unsanierten Plattenbaubeständen angewachsen. Diese waren dauerhaft nicht mehr nachgefragt und nicht mehr marktfähig.

Vordringliches Ziel war deshalb der Rückbau von rund 8.000 Wohneinheiten (WE) innerhalb weniger Jahre. Hierdurch konnten die wohnungs-wirtschaftliche Notlage und drohende Insolvenzen abgewendet werden.
Die Karte zeigt, je dunkler die Farbe, desto höher die Rückbauaktivität. Mit einem Mausklick können die genauen Zahlen betrachtet werden.

Ab etwa 2010 konnte der Wohnungsrückbau dann deutlich heruntergefahren werden. Seither werden im Durchschnitt weitere rund 150 WE pro Jahr mit Städtebauförderungsmitteln vom Markt genommen.

Die räumlichen Schwerpunkte liegen dabei bis heute in Sachsendorf und Neu-Schmellwitz. Der räumliche Schwerpunkt des Fördermitteleinsatzes lag zunächst in den Stadtrandlagen. Der inhaltliche Schwerpunkt lag im Bereich der Ordnungsmaßnahmen (Rückbau von Gebäuden).

Phase 2 – Aufwertung der Innenstadt (2010 – 2017)

Nach erfolgreicher Entspannung der Wohnungsmarktsituation setzte ab etwa 2010 eine deutliche Verschiebung des Schwerpunktes auf die Stärkung der Innenentwicklung ein. Das äußerte sich in der Erneuerung zahlreicher Straßen, Wege und Plätze und der Sanierung vieler öffentlicher und privater Gebäude im Innenstadtbereich.​

In den Stadtrandlagen folgte zudem der Rückbau leergefallener sozialer Infrastruktureinrichtungen nachlaufend zum Wohnungsrückbau.
Auf der Karte können die einzelnen Maßnahmen per Mausklick angeschaut werden.

Der räumliche Schwerpunkt des Fördermitteleinsatzes verschob sich nun sehr anschaulich in die Innenstadtlagen.

Der inhaltliche Schwerpunkt verschob sich zugunsten der Baumaßnahmen und der Erschließungsmaßnahmen.

Phase 3 – Fokussierung auf Schwerpunktprojekte (2018 – 2025)

Nach erfolgreicher Stabilisierung des Wohnungsmarktes und Aufwertung der Innenstadt erfolgt in den letzten Jahren eine zunehmende Konzentration des Fördermitteleinsatzes auf wichtige Einzelvorhaben.

Allen Vorhaben ist gemein, dass sie für die umliegende Quartiersentwicklung oder sogar für die gesamtstädtische Entwicklung eine besondere infrastrukturelle Bedeutung haben. Folgende Projekte wurden in der dritten Phase des Stadtumbaus gefördert:

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Umbau und Anpassung der Bahnhofstraße und der Vetschauer Straße zur Einbindung des Straßenbahnnetzes auf den neuen Bahnhofsvorplatz (realisiert in 2018-2019)
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Neugestaltung des nördlichen Bahnhofsumfelds von der Wilhelm-Külz-Straße bis zum neuen Personentunnel zur Attraktivierung des neuen „Stadteingangs“ (realisiert in 2018-2021)

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VORHER

Erneuerung der Lausitzer Straße zwischen Berliner Straße und August-Bebel-Straße zur Unterstützung der angrenzenden Quartiersentwicklung (realisiert in 2020-2021)

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VORHER

Herstellung der öffentlichen Haupterschließung für das Wohnquartier “Ostrow Nord” zur Unterstützung der angrenzenden Quartiersentwicklung (realisiert in 2020-2021)

Folgende Projekte sollen noch in der dritten Phase des Stadtumbaus gefördert werden:

Grundschule Hallenser Straße
Errichtung des Grundschulzentrums Hallenser Straße
in Reaktion auf die gewachsene innerstädtische Nachfrage (laufend)
Straße der Jugend
Erneuerung der Straße der Jugend zwischen Brandenburger Platz und Bürgerstraße
zur Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für Radfahrer (angestrebt für 2022-2023)
Künftige Seeachse
Erneuerung der Stadtachse Franz-Mehring- und Dissenchener Straße
zwischen Spree und Stadtring als erstem Bauabschnitt der künftigen Seeachse (angestrebt für 2022-2024)
Stadtachse Thiemstraße
Planungsprozess für die Erneuerung der Stadtachse Thiemstraße zwischen Stadtring und Hermann-Löns-Straße
zur Verbesserung der städtebaulichen und verkehrlichen Bestandssituation (in 2021 begonnen)

Die Stadtumbau-Förderung

Der Überblick über den Fördermitteleinsatz spiegelt die Förderschwerpunkte der beiden abgeschlossenen Stadtumbauphasen klar wider. So kann man den großen Anteil des Rückbaus in den ersten Jahren genauso erkennen, wie die spätere Fokussierung auf die Aufwertung (ab 2011) oder die Tatsache, dass

mit dem erfolgreichen Fortschreiten des Stadtumbaus die jährlichen Zuwendungen mit Fördermitteln und damit das Budget insgesamt leicht zurückgehen. Welcher Förderschwerpunkt die dritte Phase des Stadtumbaus auszeichnen wird, wird sich in den kommenden Jahren offenbaren.

Evaluierung Maßnahmen

Umgesetzte Maßnahmen

Im bisherigen Stadtumbauprozess wurden mit Stadtumbaumitteln über 200 Einzelmaßnahmen unterstützt.

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Maßnahmen

Die nachfolgenden Beispiele zeigen einen Querschnitt der im Stadtumbauprozess realisierten Vorhaben.











Staatstheater

Das in 1908 im Jugendstil errichtete Staatstheater wurde im Zeitraum von 2005 bis 2014 in fünf Bauabschnitten saniert. Dabei kam eine Kombination aus mehreren Fördertöpfen zum Einsatz. Aus dem Stadtumbau wurden rund 1,7 Mio. Euro beigesteuert.










Initiative Stadtwohnen Cottbus

Ab 2005 trug die Initiative zur Aktivierung leerstehender Gebäude und innerstädtischer Brachen sowie zur Unterstützung von Wohneigentumsbildung bei. Im Zuge der Initiative erfolgten die Ansprache, Beratung und Begleitung von Interessenten und Bauwilligen sowie ein intensiver Erfahrungsaustausch und zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit.










Generationenbegegnungs-zentrum „Herbstlaub“

Das von der eG Wohnen errichtete Generationenbegegnungszentrum mit 60 Plätzen verfügt über mehrere Gesellschaftsräume und bietet dem von Bewohnern gegründeten Verein Herbstlaub eine Heimat. Das Bauvorhaben wurde mit Fördermitteln aus dem Stadtumbau unterstützt.










Ostrower Platz und Briesmannstraße

Die Neugestaltung des öffentlichen Raumes führte zu einer deutlichen Aufwertung des gesamten Quartiers und umfasste auch die Ertüchtigung des stadttechnischen Leitungs-netzes. Im Zuge der Tiefbauarbeiten wurden Kampfmittelsondierungen sowie umfangreiche archäologische Grabungen durchgeführt. Gesamtinvestition: 1,25 Mio. Euro.










Turnhalle Ludwig-Leichhardt-Gymnasium

Das in den 1970er Jahren als Typenbau einer Dreifeldhalle errichtete Gebäude wurde von 2011 bis 2012 vollständig saniert und für eine multifunktionale Nutzung umgebaut. Neben Mitteln aus dem Stadtumbau kamen hierfür auch Mittel aus dem Konjunkturpaket II zum Einsatz.











Konservatorium

Das heutige Konservatorium wurde 1907/08 und 1911/12 in zwei Bauabschnitten als „Augusta-Schule“ gebaut. Erst in den 1980er Jahren erfolgte die Umnutzung zum Konservatorium. Von 1994 bis 2015 wurde es abschnittsweise saniert. Aus dem Stadtumbau flossen hierfür über 1,4 Mio. Euro.











Kita Spatzennest

Bei der Modernisierung des Gebäudes lag der Schwerpunkt auf den Bereichen Energetik und Brandschutz. Dank Dreifach-verglasung, Fassadendämmung und Einbau einer Solaranlage konnten die Anforderungen der EnEV 2009 erreicht werden. Die aus dem Stadt-umbau bereitgestellten 1,3 Mio. Euro führten zu einer deutlichen Reduzierung der Folgekosten.











GladHouse

In mehreren Bauabschnitten erfolgten die Sanierung der Außenhülle, die Installation von brandschutz-, schallschutz- und lüftungstechnischen Anlagen sowie die Umsetzung von Maßnahmen zur Schaffung der Barrierefreiheit. Neben EFRE-Mitteln kamen über 500.000 Euro aus dem Stadtumbau zum Einsatz.











Bahnhofstraße 71

Das 1893/94 errichtete Gebäude ist Bestandteil des Denkmalbereiches „Westliche Stadterweiterung (1870-1914)“. Im Zuge der Erneuerung wurden im Stadtumbau die Kosten für die Sanierung der stadtbildrelevanten Gebäudehülle gefördert. Dies umfasste die stuckverzierte Fassade sowie die noch aus der Bauzeit stammenden Fenster und Türen.











Abbruch Postverteilzentrum

Der Abbruch des Postverteilzentrums im Jahr 2014 bildete den Auftakt zum Umbau des Hauptbahnhofes. Der Abbruch der ca. 40.000 m³ umbauten Raum mit umfangreicher Unterkellerung und angeschlossener Gleishalle und Waggonabfertigung erforderte den Einsatz von knapp 1 Mio. Euro.











Aufwertung Spreegrün

Zur Verbesserung der Erlebbarkeit erfolgte in 2008 eine nachhaltige Aufwertung des Spreegrüns im Bereich zwischen Sandower Brücke und Sanzebergbrücke. Für die Erneuerung des Wegesystems, die bauliche Gestaltung im Uferbereich sowie Neupflanzungen und landschaftspflegerische Eingriffe wurden über 500.000 Euro eingesetzt.











Karl-Liebknecht-Straße 30

Das 1908/09 errichtete Einzeldenkmal wies vor der umfassenden Sanierung in Jahr 2018 starke Schäden sowohl an der Gebäudehülle als auch im Gebäudeinneren auf. Mit Hilfe von Stadtumbaumitteln konnte insbesondere die Erneuerung der stadtbildrelevanten Gebäudehülle gefördert werden.










Spielplatz Puschkinpromenade

Um das innerstädtische Defizit an öffentlichen Spielflächen zu beheben, wurde in 2011 ein neuer, rund 1.000 m² großer Spielplatz angelegt. Er ist für die Anforderungen von Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren konzipiert. Bei der Gestaltung wurde gezielt darauf geachtet, seiner Lage im Denkmal-bereich Puschkinpromenade gerecht zu werden.










Außenanlagen Max-Steenbeck-Gymnasium

Nach dem Umzug des Max-Steenbeck-Gymnasiums an den neuen Standort am BTU-Campus waren im Zeitraum 2012/13 auch die Außenanlagen umfangreich herzurichten. Dies umfasste die Neugestaltung des Schulhofes, der Sportanlagen sowie der Grün- und Freiflächen. Das Investitions-volumen lag bei über 1 Mio. Euro.











Ostrower Steg

Das im Zeitraum 1923-25 errichtete Sonderbauwerk ist Bestandteil der Denkmalliste des Landes Brandenburg. In 2014/15 wurde die Dreifeld-Bogenbrücke in Eisen-Beton-Konstruktion für knapp 470.000 Euro aufwendig saniert. Dies umfasste auch die Flusspfeiler sowie die als Kunstschmiede-arbeiten ausgeführten Eisengeländer.











Erich-Kästner-Platz

Der Erich-Kästner-Platz mit dem Stadthaus und dem Kinder- und Jugendtheater hat als Spange zwischen der Altstadt und dem Denkmalschutzbereich Westliche Stadterweiterung eine besondere städtebauliche Bedeutung. Daraus begründete sich ein qualitativ höherwertiger Anspruch an die Gestaltung als öffentlicher Verkehrs- und Freiraum.











Personentunnel mit Vorplatz

Durch die Verlängerung des Personentunnels wird eine deutliche bessere Anbindung des Bahnhofes an die Innenstadt und die Universität erreicht. Das nördliche Zugangs-bauwerk und der Vorplatz bilden das städtebauliche Entree sowohl für Bewohner als auch Gäste der Stadt. Aus dem Stadtumbau wurden hierfür rund 6,35 Mio. Euro bereitgestellt.











Familienhaus, Am Spreeufer

Das 1895 zunächst als Garten- und Tanzlokal errichtete Gebäude ist bereits seit Jahrzehnten der Kinder- und Jugendarbeit verpflichtet. Durch den Einsatz von über 2,25 Mio. Euro Stadtumbau-Mitteln konnten in 2012/13 die Sanierung und Erweiterung des Gebäudebestandes sowie die Neugestaltung der Außenanlagen erreicht werden.










Stadtteilzentrum Anger Sandow

Die im Zeitraum 2009/10 erfolgte Neugestaltung des Sandower Angers unterstützte die Ausprägung als Stadtteilzentrum. Hierzu investierte die Stadt über 650.000 Euro aus Stadtumbaumitteln in den öffentlichen Raum. Ergänzt und eingerahmt wurde das Vorhaben durch Investitionen der GWC in das umliegende Wohnumfeld.










Regine-Hildebrandt-Grundschule

In den einzig verbliebenen Grundschulstandort in Sachsendorf-Madlow wurden im Zuge einer umfassenden baulichen und energetischen Erneuerung im Zeitraum von 2015 – 2017 über 4 Mio. Euro investiert. Die Schwerpunkte lagen dabei in den Bereichen Gebäudehülle und Gebäudetechnik (Elektro, Heizung, Lüftung, Sanitär).

Diese Internetseite wurde aus der Städtebauförderung mit Mitteln des Bundes, des Landes Brandenburg und der Stadt Cottbus/Chóśebuz finanziert.

Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz 
Fachbereich Stadtentwicklung

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DSK Deutsche Stadt- und

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